Kinder zahlen Rente ihrer Mütter

Nun wird der Rentenbeitrag also nicht gesenkt. Die Begründung sieht unter anderem eine Ausweitung der Rente für Mütter vor. Das klingt zunächst mal gut. Sehr gut sogar. Für Horst Seehofer ist es eine „große Ungerechtigkeit“ dass die Leistung der Kindererziehung bei der Rente nicht berücksichtigt werden. Da hat er Recht.

Aber rechnen wir doch mal weiter nach: Wer bezahlt die Rente für die Mütter, die ihre eigene Berufstätigkeit für die Kindererziehung zurückgestellt haben? Im vorliegenden Entwurf sind es die Beitragszahler, deren Beitrag nicht gesenkt wird. Also vor allem die Kinder dieser Mütter. (Ja und die Arbeitgeber auch). Und wer bezahlt die Rente für die Mütter, die aufgrund ihrer eigenen Berufstätigkeit keine Zeit für Kinder hatten? Die aber dadurch eine gute Rente haben? Die gleichen Beitragszahler! Also auch die Kinder der anderen Mütter. Ist das gerecht? Wohl kaum.

Die Lösung kann wohl nur darin liegen, die Finanzierung für die absolut begrüßenswerte Anerkennung zusätzlicher Erziehungszeiten auf eine viel breitere Basis aufzubauen. Das Rentenmodell der Katholischen Verbände (http://www.buendnis-sockelrente.de/) scheint mir immer wichtiger und schlüssiger zu werden. Mit der Einbeziehung weiterer Einkünfte – außer der Einkünfte durch die Erwerbsarbeit – in die Finanzierung der Rente könnte eine wirklich gerechte, und vor allem nachhaltig angelegte Finanzierung einer Rente für alle Mütter angelegt werden.

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