Kommt uns doch nicht mit dieser Geschichte, dass Gott Mensch geworden wäre

Ein Satz von Papst Franziskus lässt mich derzeit nicht los. Er sagte ihn bereits vor über einem halben Jahr in einer Predigt am 1. Juni 2013:

„Wie oft hört man sagen: Aber könnt ihr Christen nicht ein bisschen normaler sein, so wie die anderen Menschen, ein bisschen vernünftiger? Nicht so streng? Das ist wie eine Schlangenbeschwörung – dahinter steckt unausgesprochen: Kommt uns doch nicht mit dieser Geschichte, dass Gott Mensch geworden wäre. Die Menschwerdung des Wortes, das ist der Skandal, der dahintersteckt! Wir können soviel Sozialarbeit leisten, wie wir wollen, da werden sie sagen: Toll, was die Kirche alles im sozialen Bereich tut. Aber wenn wir sagen: Wir tun das, weil diese Menschen für uns der Leib Christi sind, dann ist der Skandal da.“

Dieses Zitat stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/06/01/papst:_kirche_ist_kein_kulturverein/ted-697447 des Internetauftritts von Radio Vatikan

Gerade an Weihnachten erinnere ich mich an diesen Satz. Sehen wir – angesichts der ständig einlullenden Beschallung mit süßlich-weihnachtlichem Singsang – dass in der Krippe von Bethlehem der Gekreuzigte liegt? Das Gott Mensch geworden ist, war für die gesellschaftliche Elite vor 2000 Jahren ein Skandal für den dieser „Holde Knabe im lockigen Haar“ sterben musste. Und wenn ich mich heute noch dazu bekenne, dann ist das wieder ein Skandal: Wie blöd kann den ein moderner Mensch sein, an sowas wie die Menschwerdung eines Gottes zu glauben und vor allem: In den Menschen, besonders den Opfern von Gewalt, Verbrechen und Machtmißbrauch und auch den Opfern unseres Wohlstandes diesen Gott zu sehen?

Ich bin so blöd.

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