Archiv für den Monat: Februar 2014

Von der Lust an Leid und Mord

Mich beschäftigt diese Tage der Mord an einem 12jährigen Mädchen aus meinem Nachbarort. Die Einzelheiten möchte ich hier nicht schildern. Die Medien haben genug darüber berichtet. Das Unfassbare ist passiert. Ich habe selbst drei Kinder. Und meine große Tochter ist nicht viel jünger und trägt auch noch den gleichen Vornamen wie das Mordopfer. Kann jemand das Leid ermessen, dass der Mörder über die Familie gebracht hat? Vielleicht erahnen. Der Gedanke an die ganze Sache macht mich fertig. Viele Gespräche, auch mit den Kindern sind jetzt nötig. Warum? Warum?
Die Polizei gibt eine Antwort: 26jähriger – polizeibekannter – Arbeitsloser mit Kontakt zur rechtsradikalen Szene – auch schon mit Kinderpornographie aufgefallen – schnappt sich ein Mädchen, missbraucht sie und bringt sie auf grauenhafte Weise um.
Aber das „warum“ wird bleiben. Das Ganze macht mich fertig.
Immerhin war es diesmal in der Nachbarschaft. Nicht irgendwo weit weg. Und nicht Fiktion, kein Fernsehkrimi, sondern echt.
Aber was mich nicht nur fertig macht, sondern so richtig wütend, sind einige Journalistenkollegen. Als die Klassenkameradinnen am nächsten Morgen in die Schule kamen und – wenn sie es noch nicht wussten – von den Lehrern erfahren sollten, da wurden Sie vom Fernsehen empfangen! Allen voran ein Team von RTL – ich denke hier kann man mal Namen nennen. Und als die Kinder dann – in ihrem Leid und ihrer Trauer – in den benachbarten Dom gingen, um mit den Lehrern zu beten hält die Kamera voll drauf, Das ist zum KOTZEN! (Bitte entschuldigt meine Wortwahl). Heute ist Requiem in der Pfarrkirche des Heimatortes. Der Polizei wurde die Hausgewalt übertragen, um die Pressemeute von der Familie fern zu halten. Muss das sein? Warum halten die gerade bei der Trauer und bei diesem unbeschreiblichen Leid voll drauf?
OK, da haben wir jetzt Reality-TV allererster Güte. Das bringt Quote! Und das ist erst recht das Unfassbare: Scheinbar wollen die Zuschauer das. Das KOTZT mich noch mehr an! Dieser Voyeurismus am Leid. Diese Lust am Mord.
Ich weiß jedenfalls genau: Einen Fernsehkrimi kann ich so schnell nicht mehr ansehen. Und an die Journalistenkollegen kann ich nur appellieren: Ihr habt auch Verantwortung! Nicht alles, was Quote oder Auflage bringt, muss auch gemacht werden. Vor solchen Kollegen kann ich nur auf den Boden spuken.

Der Papst, Youtube und die Gema

Was ist passiert? Der Vatikan überträgt auf seinem englischen Youtube-Kanal die Generalaudienz vom Petersplatz live. Schau ich mal rein – Denkste! Ich und der Papst – Wir haben die Rechnung nicht mir der Gema gemacht! Die Gema verhindert jetzt also die Liveübertragung aus Rom. Der Kanal ist gesperrt. Warum? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wird bei der Generalaudienz irgendein Kirchenlied gesungen worden sein, für das bei der Gema nicht vorher die Anmeldung erledigt wurde – kann ich nur vermuten.
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