Archiv für den Monat: Dezember 2013

Kommt uns doch nicht mit dieser Geschichte, dass Gott Mensch geworden wäre

Ein Satz von Papst Franziskus lässt mich derzeit nicht los. Er sagte ihn bereits vor über einem halben Jahr in einer Predigt am 1. Juni 2013:

„Wie oft hört man sagen: Aber könnt ihr Christen nicht ein bisschen normaler sein, so wie die anderen Menschen, ein bisschen vernünftiger? Nicht so streng? Das ist wie eine Schlangenbeschwörung – dahinter steckt unausgesprochen: Kommt uns doch nicht mit dieser Geschichte, dass Gott Mensch geworden wäre. Die Menschwerdung des Wortes, das ist der Skandal, der dahintersteckt! Wir können soviel Sozialarbeit leisten, wie wir wollen, da werden sie sagen: Toll, was die Kirche alles im sozialen Bereich tut. Aber wenn wir sagen: Wir tun das, weil diese Menschen für uns der Leib Christi sind, dann ist der Skandal da.“

Dieses Zitat stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/06/01/papst:_kirche_ist_kein_kulturverein/ted-697447 des Internetauftritts von Radio Vatikan

Gerade an Weihnachten erinnere ich mich an diesen Satz. Sehen wir – angesichts der ständig einlullenden Beschallung mit süßlich-weihnachtlichem Singsang – dass in der Krippe von Bethlehem der Gekreuzigte liegt? Das Gott Mensch geworden ist, war für die gesellschaftliche Elite vor 2000 Jahren ein Skandal für den dieser „Holde Knabe im lockigen Haar“ sterben musste. Und wenn ich mich heute noch dazu bekenne, dann ist das wieder ein Skandal: Wie blöd kann den ein moderner Mensch sein, an sowas wie die Menschwerdung eines Gottes zu glauben und vor allem: In den Menschen, besonders den Opfern von Gewalt, Verbrechen und Machtmißbrauch und auch den Opfern unseres Wohlstandes diesen Gott zu sehen?

Ich bin so blöd.

Kinder zahlen Rente ihrer Mütter

Nun wird der Rentenbeitrag also nicht gesenkt. Die Begründung sieht unter anderem eine Ausweitung der Rente für Mütter vor. Das klingt zunächst mal gut. Sehr gut sogar. Für Horst Seehofer ist es eine „große Ungerechtigkeit“ dass die Leistung der Kindererziehung bei der Rente nicht berücksichtigt werden. Da hat er Recht.

Aber rechnen wir doch mal weiter nach: Wer bezahlt die Rente für die Mütter, die ihre eigene Berufstätigkeit für die Kindererziehung zurückgestellt haben? Im vorliegenden Entwurf sind es die Beitragszahler, deren Beitrag nicht gesenkt wird. Also vor allem die Kinder dieser Mütter. (Ja und die Arbeitgeber auch). Und wer bezahlt die Rente für die Mütter, die aufgrund ihrer eigenen Berufstätigkeit keine Zeit für Kinder hatten? Die aber dadurch eine gute Rente haben? Die gleichen Beitragszahler! Also auch die Kinder der anderen Mütter. Ist das gerecht? Wohl kaum.

Die Lösung kann wohl nur darin liegen, die Finanzierung für die absolut begrüßenswerte Anerkennung zusätzlicher Erziehungszeiten auf eine viel breitere Basis aufzubauen. Das Rentenmodell der Katholischen Verbände (http://www.buendnis-sockelrente.de/) scheint mir immer wichtiger und schlüssiger zu werden. Mit der Einbeziehung weiterer Einkünfte – außer der Einkünfte durch die Erwerbsarbeit – in die Finanzierung der Rente könnte eine wirklich gerechte, und vor allem nachhaltig angelegte Finanzierung einer Rente für alle Mütter angelegt werden.

Caritas Manila: Soforthilfe für Taifunopfer

Während andere Hilfsorganisationen noch keinen Zugang zu den Betroffenen Regionen hatten, konnte die Caritas schon helfen. Wiedereinmal bewährt sich das kirchliche Caritas-Netzwerk.

IMG_0224.jpg by Caritas international
IMG_0224.jpg, a photo by Caritas international on Flickr.

Eigentlich ist es bei jeder Katastrophe das gleiche Bild: Kirchliche Hilfskräfte der Caritas sind die ersten und wichtigsten Katastrophenhelfer vor Ort. So auch bei der neuesten Naturkatastrophe, dem Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen.Was mich bei alledem so aufregt: Rund um die Vorgänge in Limburg wurde die Katholische Kirche immer wieder mit Spott und Häme überzogen. Insbesondere wurde Kritik am Umgang mit dem Geld geäußert, zur Blockade von Spendensammlungen aufgerufen usw.. Ich kann und will nicht kommentieren, was in Limburg wirklich passiert ist, aber ich weiß eines: Alle diejenigen, die so laut schreien und sich aufregen sollen genauer hinschauen: Die Kirche unterhält als wohl größter „Global Player“ tatsächlich ein weltweites Netz der Solidarität mit effektiver, aber oft stiller Hilfe auf der Seite der Armen! In der Berichterstattung der Fernsehnachrichten sind aufwändig verladene Hilfspaletten, die um den halben Globus geflogen werden jedoch viel telegener, als die effektive Hilfe vor Ort!

Wie auf der Internetseite von Caritas International in Freiburg nachzulesen war, konnten die Caritas-Partner mit Unterstützung des internationalen Caritasnetzwerks insgesamt Katastrophenhilfen für rund 500.000 Menschen leisten. Fieberhaft laufen wohl immer noch die Verteilungen von Nahrungsmittel, Plastikplanen, Wasser, Küchen- und Hygieneartikel, Notunterkünfte und  Wasserreinigungstabletten. Des Weiteren versorgt die Caritas  Menschen mit Nahrungsmitteln, die sich an den Aufräumarbeiten und an den Nothilfe-Verteilaktionen beteiligen.

Die schnelle Hilfe schon direkt nach dem Taifun war möglich, da die Caritas über Lagerbestände aus der Katastrophenvorsorge verfügen konnte, die bereits vor Ort war, als die internationale Hilfe noch keinerlei Zugang zu der betroffenen Region hatte. Man hatte – vor allem mit Hilfe der Caritas USA – bereits vor der Katastrophe mit der Hilfe begonnen. Im Gegensatz zu Erdbeben oder anderen Katastrophen hatte der Wetterbericht immerhin einen Sturm mit nie dagewesenen Dimensionen bereits eine Woche vorher angekündigt.

Die Hilfen der Caritas Philippinen

Die Hilfsbereitschaft auf den Philippinen selbst ist überaus groß. Die Caritas Philippinen hat einen Solidaritäts- und Spendenaufruf zugunsten der Opfer des Taifuns Haiyan an alle 86 Diözesen des Landes geschickt. „In den vergangenen drei Wochen, hatten wir ein schweres Erdbeben und drei Taifune, die jede Insel des Archipels in Mitleidenschaft gezogen haben. Und trotzdem hat eine Welle der Hilfsbereitschaft eingesetzt, die noch immer anhält“, stellt Jo Ignacio, die Katastrophenhilfe-Koordinatorin der Caritas erfreut fest. „Selbst die Diözese Talibon in Bohol, wo die Folgen des Erdbebens am schlimmsten sind, hat bei uns angefragt, wohin sie ihre Spenden für Leyte schicken soll!

Bereits wenige Tage nach dem Tropensturm ist ein Team von Caritas international aus Freiburg in der am stärksten betroffenen Region um Tacloban angekommen. Sie unterstützen die lokalen Diözesan- und Caritaspartner, die unmittelbar nach dem Taifun am 8. November Erste Hilfen leisten konnten. Zu dem Team von Caritas international gehören drei erfahrene Experten in der Katastrophenhilfe, die sowohl fundiertes Know-how als auch die Zusicherung für weitere Hilfslieferungen und tatkräftige Unterstützung im Gepäck haben.

Caritas international hat inzwischen – auch dank der vielen Spendeneingänge – ihre unmittelbaren Nothilfen auf 1,8 Million Euro aufgestockt. Geplant ist darüber hinaus langfristige Hilfe beim Wiederaufbau für die kommenden drei Jahre.

Die Hilfen von Caritas international

Die Großlieferung von 27.000 Zeltplanen mit Montageseilen, die Caritas international letzte Woche aus China geordert hat, ist inzwischen angekommen und wird nun in die entlegenen Katastrophengebiete transportiert.

Da auf den lokalen Märkten kein Nachschub mehr vorhanden war, wurde ein kompletter Jumbo-Flug in China beladen, der schließlich Cebu erreicht hat. Nach neueren Informationen sind weitaus mehr Menschen obdachlos geworden, als zunächst angenommen. Die UN-Organisation OCHA geht von etwa vier Millionen Menschen aus, die ihr Zuhause verloren haben.

Gemeinsam mit  mehreren philippinischen Partnerorganisationen und der philippinischen Caritas konzentrieren sich die Hilfen auf die Versorgung mit Notunterkünften, Lebensmitteln, Haushaltsgegenständen und medizinischer Hilfen.

Quelle: Internetseite von Caritas International. Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 165 nationalen Mitgliedsverbänden.