Kategorie-Archiv: Allgemein

Bahnstreik

Nun streiken die Lokführer also erneut. Oder die Bahn? Oder die GDL?
Egal. Tatsache ist, dass hier eine kleine Gewerkschaft die gesamte Bevölkerung als Gegner angreift. Das kann verdammt gefährlich werden. Das Streikrecht ist ein wichtiges Grundrecht um dem kleinen Arbeiter Gehör zu verschaffen gegen einen übermächtigen Gegner. Viel Gutes haben die Gewerkschaften für die Menschen erstritten. Ein guter Teil unseres Wohlstandes geht darauf zurück.
Aber diesmal ist es anders. Es ist ein Streit der Gewerkschaften untereinander gegen den Bürger. Der Staatskonzern Bahn kann Verluste verkraften. Der Eigentümer Staat wird die Bahn nicht Pleite gehen lassen. Etwaige Verluste trägt der Steuerzahler.
Wenn aber ein paar Lokführer sich gegen die breite Öffentlichkeit wenden, dann wird det Streik – egal es wie er nun ausgeht – letztlich zum Bumerang. Vielleicht scheitert die GDL – dann haben die Arbeiter verloren und mit Ihnen die gesamte Gewerkschaftsbewegung. Gewinnt sie – so kann es leicht ein Pyrus-Sieg werden. Der Eigentümer der Bahn, also der Staat, wird sich das nicht gefallen lassen. Also auch eine Katastrophe für die Gewerkschaften.

Israel, Gaza, Deutschland: Jetzt muss das Schweigen ein Ende haben

Lange habe ich mich nicht zu Wort gemeldet. Lange habe ich auch geschwiegen, zu dem eigentlich unfassbaren, was derzeit in Israel und Gaza passiert, und in Deutschland. Aber spätestens jetzt, wo die Kritik an der israelischen Regierung in offenen Antisemitismus umzuschlagen beginnt. Spätestens jetzt hat es mit uns allen zu tun. Spätestens jetzt dürfen wir nicht mehr schweigen. Denn spätestens jetzt droht die zynische Propaganda von Terroristen aufzugehen.

Israel ist ein wehrhafter Staat. Seine Gründung hat etwas mit Deutschland zu tun. Er ist – nicht nur aber auch – eine Reaktion auf den Holocaust. Er ist eine Zuflucht für alle, die seit 2000 Jahren aufgrund ihrer Religion verfolgt und ermordet wurden. Von Anfang an aber schlug diesem Staat und seinen Bewohnern Hass entgegen. Bis heute wird ihm von einigen seiner Nachbarn die Existenzgrundlage und das Lebensrecht abgesprochen. Israel und die Israelis haben genug Feinde, die nur darauf warten, dass sie vernichtend zuschlagen. Und sie provozieren. Die vielen Raketen, die in letzter Zeit auf Israel abgeschossen werden sind ein Beispiel.

Ich denke mir immer wieder: Wie würde es mir gehen, wenn wieder einmal die Sirenen heulen und Raketen im Anflug sind. Gott sei Dank ist noch nicht viel passiert, eben weil Israel gerüstet ist: Hellwach und technisch gut aufgestellt. Und natürlich würde auch ich nach der Regierung rufen: Tut doch was dagegen. Ich war selbst mehrfach in Israel und habe den Eindruck, dass niemand mehr sich Frieden und Ruhe wünscht, als die Israelis. Freilich gilt das vermutlich auch für die Bevölkerung von Gaza. Lasst mich hier nur eine Frage stellen: Warum werden die Raketen in Schulen und Krankenhäusern gelagert? Warum befinden sich die Abschussrampen in dicht bevölkerten Gebieten? Warum? Ich frage mich immer, wer hat am meisten etwas davon, wenn Bilder von grauenhaft zugerichteten Kindern um die Welt gehen? Israel hat da ganz bestimmt nichts davon. Es nützt nur allen denjenigen, die noch mehr Hass schüren wollen.

Ganz klar: Die Bilder aus Gaza helfen Israel nicht. Sie sind Wasser auf den Mühlen der Propaganda. Aber jetzt muss ich ganz leise sein: Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen, ob die israelische Armee oder die Regierung Netanjahu adäquat in der gegenwärtigen Situation reagiert. Dazu bin ich zu weit weg. Aber ich sehe, dass Israel für seine eigene Bevölkerung handelt. Man ist wohl der Ansicht, dass die jahrelange Diplomatie nur Hinhaltetaktik war, die letztlich den Terroristen nur in die Hände gespielt hatte um aufzurüsten. Das kann ich nachvollziehen und wohl auch etwas verstehen. Man kann diese Sichtweise natürlich auch kritisieren. In demokratischen Ländern wie Deutschland und Israel ist das mehr als legitim. Was aber nicht passieren darf ist, jahrhundertealte antijüdische und antisemitische Stereotype nachzuplappern und neu zu beleben. Aber genau das scheint in manchen Kreisen – vor allem in Deutschland – derzeit zu passieren. Und spätestens jetzt muss mein Schweigen ein Ende haben.

Smartphone und Internet gehören für Kinder zum Alltag

Dass Smartphone und Internet für Jugendliche selbstverständlicher Teil ihrer Kommunikation sind, das ist ja bekannt. Aber welch gigantischer Verbreitungsgrad schon bei Kindern herrscht, hat mich jetzt schon überrascht. In der Studie der Bitkom sind natürlich auch wieder die Eltern gefordert, ihre Kinder zu begleiten. Nun: Dazu müssen die Eltern selbst erstmal die Möglichkeiten der heutigen Kommunikation selbst nutzen! Und hier erlebe ich im Verwandten- und Bekanntenkreis die absolute Ignoranz, ja zum Teil Verweigerung.

Gleiches gilt auch für professionelle Kinderbegleiter: Lehrer, Erzieher und natürlich auch Seelsorger. Doch da erlebe ich, dass selbst einfachste Dinge, wie die Verwendung von E-Mail als Kommunikationsmedium entweder nicht ernst genommen werden, ignoriert oder sogar bewusst abgelehnt werden. Aber Kommunikationsverweigerung ist für diese Berufsgruppen schlichtweg Arbeitsverweigerung.

Nutzung digitaler Medien bei Jugendlichen

Nutzung digitaler Medien bei Jugendlichen

Smartphone und Internet gehören für Kinder zum Alltag Presseinformationen – BITKOM.

Von der Lust an Leid und Mord

Mich beschäftigt diese Tage der Mord an einem 12jährigen Mädchen aus meinem Nachbarort. Die Einzelheiten möchte ich hier nicht schildern. Die Medien haben genug darüber berichtet. Das Unfassbare ist passiert. Ich habe selbst drei Kinder. Und meine große Tochter ist nicht viel jünger und trägt auch noch den gleichen Vornamen wie das Mordopfer. Kann jemand das Leid ermessen, dass der Mörder über die Familie gebracht hat? Vielleicht erahnen. Der Gedanke an die ganze Sache macht mich fertig. Viele Gespräche, auch mit den Kindern sind jetzt nötig. Warum? Warum?
Die Polizei gibt eine Antwort: 26jähriger – polizeibekannter – Arbeitsloser mit Kontakt zur rechtsradikalen Szene – auch schon mit Kinderpornographie aufgefallen – schnappt sich ein Mädchen, missbraucht sie und bringt sie auf grauenhafte Weise um.
Aber das „warum“ wird bleiben. Das Ganze macht mich fertig.
Immerhin war es diesmal in der Nachbarschaft. Nicht irgendwo weit weg. Und nicht Fiktion, kein Fernsehkrimi, sondern echt.
Aber was mich nicht nur fertig macht, sondern so richtig wütend, sind einige Journalistenkollegen. Als die Klassenkameradinnen am nächsten Morgen in die Schule kamen und – wenn sie es noch nicht wussten – von den Lehrern erfahren sollten, da wurden Sie vom Fernsehen empfangen! Allen voran ein Team von RTL – ich denke hier kann man mal Namen nennen. Und als die Kinder dann – in ihrem Leid und ihrer Trauer – in den benachbarten Dom gingen, um mit den Lehrern zu beten hält die Kamera voll drauf, Das ist zum KOTZEN! (Bitte entschuldigt meine Wortwahl). Heute ist Requiem in der Pfarrkirche des Heimatortes. Der Polizei wurde die Hausgewalt übertragen, um die Pressemeute von der Familie fern zu halten. Muss das sein? Warum halten die gerade bei der Trauer und bei diesem unbeschreiblichen Leid voll drauf?
OK, da haben wir jetzt Reality-TV allererster Güte. Das bringt Quote! Und das ist erst recht das Unfassbare: Scheinbar wollen die Zuschauer das. Das KOTZT mich noch mehr an! Dieser Voyeurismus am Leid. Diese Lust am Mord.
Ich weiß jedenfalls genau: Einen Fernsehkrimi kann ich so schnell nicht mehr ansehen. Und an die Journalistenkollegen kann ich nur appellieren: Ihr habt auch Verantwortung! Nicht alles, was Quote oder Auflage bringt, muss auch gemacht werden. Vor solchen Kollegen kann ich nur auf den Boden spuken.

Der Papst, Youtube und die Gema

Was ist passiert? Der Vatikan überträgt auf seinem englischen Youtube-Kanal die Generalaudienz vom Petersplatz live. Schau ich mal rein – Denkste! Ich und der Papst – Wir haben die Rechnung nicht mir der Gema gemacht! Die Gema verhindert jetzt also die Liveübertragung aus Rom. Der Kanal ist gesperrt. Warum? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wird bei der Generalaudienz irgendein Kirchenlied gesungen worden sein, für das bei der Gema nicht vorher die Anmeldung erledigt wurde – kann ich nur vermuten.
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Caritas Manila: Soforthilfe für Taifunopfer

Während andere Hilfsorganisationen noch keinen Zugang zu den Betroffenen Regionen hatten, konnte die Caritas schon helfen. Wiedereinmal bewährt sich das kirchliche Caritas-Netzwerk.

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IMG_0224.jpg, a photo by Caritas international on Flickr.

Eigentlich ist es bei jeder Katastrophe das gleiche Bild: Kirchliche Hilfskräfte der Caritas sind die ersten und wichtigsten Katastrophenhelfer vor Ort. So auch bei der neuesten Naturkatastrophe, dem Taifun „Haiyan“ auf den Philippinen.Was mich bei alledem so aufregt: Rund um die Vorgänge in Limburg wurde die Katholische Kirche immer wieder mit Spott und Häme überzogen. Insbesondere wurde Kritik am Umgang mit dem Geld geäußert, zur Blockade von Spendensammlungen aufgerufen usw.. Ich kann und will nicht kommentieren, was in Limburg wirklich passiert ist, aber ich weiß eines: Alle diejenigen, die so laut schreien und sich aufregen sollen genauer hinschauen: Die Kirche unterhält als wohl größter „Global Player“ tatsächlich ein weltweites Netz der Solidarität mit effektiver, aber oft stiller Hilfe auf der Seite der Armen! In der Berichterstattung der Fernsehnachrichten sind aufwändig verladene Hilfspaletten, die um den halben Globus geflogen werden jedoch viel telegener, als die effektive Hilfe vor Ort!

Wie auf der Internetseite von Caritas International in Freiburg nachzulesen war, konnten die Caritas-Partner mit Unterstützung des internationalen Caritasnetzwerks insgesamt Katastrophenhilfen für rund 500.000 Menschen leisten. Fieberhaft laufen wohl immer noch die Verteilungen von Nahrungsmittel, Plastikplanen, Wasser, Küchen- und Hygieneartikel, Notunterkünfte und  Wasserreinigungstabletten. Des Weiteren versorgt die Caritas  Menschen mit Nahrungsmitteln, die sich an den Aufräumarbeiten und an den Nothilfe-Verteilaktionen beteiligen.

Die schnelle Hilfe schon direkt nach dem Taifun war möglich, da die Caritas über Lagerbestände aus der Katastrophenvorsorge verfügen konnte, die bereits vor Ort war, als die internationale Hilfe noch keinerlei Zugang zu der betroffenen Region hatte. Man hatte – vor allem mit Hilfe der Caritas USA – bereits vor der Katastrophe mit der Hilfe begonnen. Im Gegensatz zu Erdbeben oder anderen Katastrophen hatte der Wetterbericht immerhin einen Sturm mit nie dagewesenen Dimensionen bereits eine Woche vorher angekündigt.

Die Hilfen der Caritas Philippinen

Die Hilfsbereitschaft auf den Philippinen selbst ist überaus groß. Die Caritas Philippinen hat einen Solidaritäts- und Spendenaufruf zugunsten der Opfer des Taifuns Haiyan an alle 86 Diözesen des Landes geschickt. „In den vergangenen drei Wochen, hatten wir ein schweres Erdbeben und drei Taifune, die jede Insel des Archipels in Mitleidenschaft gezogen haben. Und trotzdem hat eine Welle der Hilfsbereitschaft eingesetzt, die noch immer anhält“, stellt Jo Ignacio, die Katastrophenhilfe-Koordinatorin der Caritas erfreut fest. „Selbst die Diözese Talibon in Bohol, wo die Folgen des Erdbebens am schlimmsten sind, hat bei uns angefragt, wohin sie ihre Spenden für Leyte schicken soll!

Bereits wenige Tage nach dem Tropensturm ist ein Team von Caritas international aus Freiburg in der am stärksten betroffenen Region um Tacloban angekommen. Sie unterstützen die lokalen Diözesan- und Caritaspartner, die unmittelbar nach dem Taifun am 8. November Erste Hilfen leisten konnten. Zu dem Team von Caritas international gehören drei erfahrene Experten in der Katastrophenhilfe, die sowohl fundiertes Know-how als auch die Zusicherung für weitere Hilfslieferungen und tatkräftige Unterstützung im Gepäck haben.

Caritas international hat inzwischen – auch dank der vielen Spendeneingänge – ihre unmittelbaren Nothilfen auf 1,8 Million Euro aufgestockt. Geplant ist darüber hinaus langfristige Hilfe beim Wiederaufbau für die kommenden drei Jahre.

Die Hilfen von Caritas international

Die Großlieferung von 27.000 Zeltplanen mit Montageseilen, die Caritas international letzte Woche aus China geordert hat, ist inzwischen angekommen und wird nun in die entlegenen Katastrophengebiete transportiert.

Da auf den lokalen Märkten kein Nachschub mehr vorhanden war, wurde ein kompletter Jumbo-Flug in China beladen, der schließlich Cebu erreicht hat. Nach neueren Informationen sind weitaus mehr Menschen obdachlos geworden, als zunächst angenommen. Die UN-Organisation OCHA geht von etwa vier Millionen Menschen aus, die ihr Zuhause verloren haben.

Gemeinsam mit  mehreren philippinischen Partnerorganisationen und der philippinischen Caritas konzentrieren sich die Hilfen auf die Versorgung mit Notunterkünften, Lebensmitteln, Haushaltsgegenständen und medizinischer Hilfen.

Quelle: Internetseite von Caritas International. Caritas international ist das Hilfswerk der deutschen Caritas und gehört zum weltweiten Netzwerk der Caritas mit 165 nationalen Mitgliedsverbänden.

Noch ein neuer Blog?

Jetzt habe ich mich also auch entschlossen einen Blog einzurichten und meinen Senf abzugeben. Warum? Wenn ich das wüsste! Hello World! Die ganze Welt wartet darauf, meine Kommentare zu lesen, zu hören, zu sehen. Ich wußte das schon immer. Deshalb blogge ich jetzt. Privat und nicht dienstlich.

Oder sagen wir mal: Ich habe es vor. Aber es gibt tagtäglich Dinge, die mich ärgern, die mich berühren und betroffen machen, aber auch die mich freuen und die ich deshalb loswerden möchte: Aus Gesellschaft, Politik und Kirche. Ich will das ganz persönlich tun. Ich will meine Meinung sagen. Weil ich als Christ dazu berufen bin, mich einzumischen.

Ich wähle dazu das Format des Tagebuchs. „Liebes Tagebuch, was ich Dir schon immer mal sagen wollte“… Oder war das nicht ursprünglich mal die Idee eines Blogs? Web-Log, Internet-Tagebuch. Sagt nur keiner mehr. Also: auf geht´s.