Gottesdienste ohne Gott

Schaut Euch mal diesen Videoclip an:

http://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/moma-reporter-sunday-assemblies-gemeinschaft-ohne-kirche-100.html

Im ersten Augenblick musste ich ja lachen – aber es ist leider zu ernst. Dann machte sich irgendwie Bestätigung, ja fast Zufriedenheit in mir breit, denn: Es ist ja irgendwie eine Bestätigung dessen, was ich schon seit Jahren immer wieder behaupte: Auch der Atheismus ist eine Religion, wenn auch eine sehr egoistische. Diese „Sunday Assemblies“ beweisen natürlich, das der Mensch von seiner Natur her ein religiöses Wesen ist. Auch wenn sich die Religiosität gegen oder an sich selbst richtet. Halten wir fest: Der Mensch glaubt an sich selbst, und da ist es doch auch selbstverständlich, dass er sich selbst verehrt. Nennt man das nicht Narzissmus?

Nun ja, mir ist das Original, spricht die Rückbindung (= Religion) an Gott da bedeutend lieber. Denn: Was wir hier finden ist ja wohl ein gehöriges Maß an Selbstüberschätzung. Ich mach mich lieber klein vor Gott, im Wissen, dass ich meine ganze Kraft von Gott bekomme und nicht aus mir selbst heraus. Diese Demut macht mich frei, da ich nicht alles können und wissen muss. Und sie macht mich frei, weil sie mir den Freiraum gibt, auch Fehler und Schwächen haben zu dürfen. Das ist menschlich. Bleibt die Schlußfolgerung: Der Atheismus ist unmenschlich, weil er den Menschen überfordert.

Der oben verlinkte Beitrag im Morgenmagazin zeigt aber auch, welche verquerten Vorstellungen manche Menschen von Kirche und Glauben haben. Diese Freiheit, die der Glaube schenkt – oder besser: Diese Befreiung für mein Leben, die sehen viele offensichtlich nicht. Hier gibt es für uns noch viel zu tun, in der Verkündigung der frohen Botschaft.

Bahnstreik

Nun streiken die Lokführer also erneut. Oder die Bahn? Oder die GDL?
Egal. Tatsache ist, dass hier eine kleine Gewerkschaft die gesamte Bevölkerung als Gegner angreift. Das kann verdammt gefährlich werden. Das Streikrecht ist ein wichtiges Grundrecht um dem kleinen Arbeiter Gehör zu verschaffen gegen einen übermächtigen Gegner. Viel Gutes haben die Gewerkschaften für die Menschen erstritten. Ein guter Teil unseres Wohlstandes geht darauf zurück.
Aber diesmal ist es anders. Es ist ein Streit der Gewerkschaften untereinander gegen den Bürger. Der Staatskonzern Bahn kann Verluste verkraften. Der Eigentümer Staat wird die Bahn nicht Pleite gehen lassen. Etwaige Verluste trägt der Steuerzahler.
Wenn aber ein paar Lokführer sich gegen die breite Öffentlichkeit wenden, dann wird det Streik – egal es wie er nun ausgeht – letztlich zum Bumerang. Vielleicht scheitert die GDL – dann haben die Arbeiter verloren und mit Ihnen die gesamte Gewerkschaftsbewegung. Gewinnt sie – so kann es leicht ein Pyrus-Sieg werden. Der Eigentümer der Bahn, also der Staat, wird sich das nicht gefallen lassen. Also auch eine Katastrophe für die Gewerkschaften.

Israel, Gaza, Deutschland: Jetzt muss das Schweigen ein Ende haben

Lange habe ich mich nicht zu Wort gemeldet. Lange habe ich auch geschwiegen, zu dem eigentlich unfassbaren, was derzeit in Israel und Gaza passiert, und in Deutschland. Aber spätestens jetzt, wo die Kritik an der israelischen Regierung in offenen Antisemitismus umzuschlagen beginnt. Spätestens jetzt hat es mit uns allen zu tun. Spätestens jetzt dürfen wir nicht mehr schweigen. Denn spätestens jetzt droht die zynische Propaganda von Terroristen aufzugehen.

Israel ist ein wehrhafter Staat. Seine Gründung hat etwas mit Deutschland zu tun. Er ist – nicht nur aber auch – eine Reaktion auf den Holocaust. Er ist eine Zuflucht für alle, die seit 2000 Jahren aufgrund ihrer Religion verfolgt und ermordet wurden. Von Anfang an aber schlug diesem Staat und seinen Bewohnern Hass entgegen. Bis heute wird ihm von einigen seiner Nachbarn die Existenzgrundlage und das Lebensrecht abgesprochen. Israel und die Israelis haben genug Feinde, die nur darauf warten, dass sie vernichtend zuschlagen. Und sie provozieren. Die vielen Raketen, die in letzter Zeit auf Israel abgeschossen werden sind ein Beispiel.

Ich denke mir immer wieder: Wie würde es mir gehen, wenn wieder einmal die Sirenen heulen und Raketen im Anflug sind. Gott sei Dank ist noch nicht viel passiert, eben weil Israel gerüstet ist: Hellwach und technisch gut aufgestellt. Und natürlich würde auch ich nach der Regierung rufen: Tut doch was dagegen. Ich war selbst mehrfach in Israel und habe den Eindruck, dass niemand mehr sich Frieden und Ruhe wünscht, als die Israelis. Freilich gilt das vermutlich auch für die Bevölkerung von Gaza. Lasst mich hier nur eine Frage stellen: Warum werden die Raketen in Schulen und Krankenhäusern gelagert? Warum befinden sich die Abschussrampen in dicht bevölkerten Gebieten? Warum? Ich frage mich immer, wer hat am meisten etwas davon, wenn Bilder von grauenhaft zugerichteten Kindern um die Welt gehen? Israel hat da ganz bestimmt nichts davon. Es nützt nur allen denjenigen, die noch mehr Hass schüren wollen.

Ganz klar: Die Bilder aus Gaza helfen Israel nicht. Sie sind Wasser auf den Mühlen der Propaganda. Aber jetzt muss ich ganz leise sein: Es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen, ob die israelische Armee oder die Regierung Netanjahu adäquat in der gegenwärtigen Situation reagiert. Dazu bin ich zu weit weg. Aber ich sehe, dass Israel für seine eigene Bevölkerung handelt. Man ist wohl der Ansicht, dass die jahrelange Diplomatie nur Hinhaltetaktik war, die letztlich den Terroristen nur in die Hände gespielt hatte um aufzurüsten. Das kann ich nachvollziehen und wohl auch etwas verstehen. Man kann diese Sichtweise natürlich auch kritisieren. In demokratischen Ländern wie Deutschland und Israel ist das mehr als legitim. Was aber nicht passieren darf ist, jahrhundertealte antijüdische und antisemitische Stereotype nachzuplappern und neu zu beleben. Aber genau das scheint in manchen Kreisen – vor allem in Deutschland – derzeit zu passieren. Und spätestens jetzt muss mein Schweigen ein Ende haben.

Smartphone und Internet gehören für Kinder zum Alltag

Dass Smartphone und Internet für Jugendliche selbstverständlicher Teil ihrer Kommunikation sind, das ist ja bekannt. Aber welch gigantischer Verbreitungsgrad schon bei Kindern herrscht, hat mich jetzt schon überrascht. In der Studie der Bitkom sind natürlich auch wieder die Eltern gefordert, ihre Kinder zu begleiten. Nun: Dazu müssen die Eltern selbst erstmal die Möglichkeiten der heutigen Kommunikation selbst nutzen! Und hier erlebe ich im Verwandten- und Bekanntenkreis die absolute Ignoranz, ja zum Teil Verweigerung.

Gleiches gilt auch für professionelle Kinderbegleiter: Lehrer, Erzieher und natürlich auch Seelsorger. Doch da erlebe ich, dass selbst einfachste Dinge, wie die Verwendung von E-Mail als Kommunikationsmedium entweder nicht ernst genommen werden, ignoriert oder sogar bewusst abgelehnt werden. Aber Kommunikationsverweigerung ist für diese Berufsgruppen schlichtweg Arbeitsverweigerung.

Nutzung digitaler Medien bei Jugendlichen

Nutzung digitaler Medien bei Jugendlichen

Smartphone und Internet gehören für Kinder zum Alltag Presseinformationen – BITKOM.

Von der Exotik des Versuchs eines Gottesdienstbesuches im Urlaub

Zum wiederholten Mal habe ich nun erleben müssen, dass wir es den Urlaubern nicht besonders leicht machen, am kirchlichen Leben teilzunehmen. Oder ist es etwa gar nicht erwünscht, in der Fremde den Gottesdienst mit zu feiern? Man könnte ja stören!

Doch der Reihe nach:

Ich habe mit der Familie einen Urlaub auf einem Campingplatz an einem wunderschönen Badesee im Chiemgau gebucht. Schon vor der Anreise (an einem Freitag) hatte ich versucht, herauszubekommen, wann wir den Sonntagsgottesdienst mitfeiern können. Die Suche im Internet war aber erfolglos. Entweder die Pfarrgemeinden der Umgebung hatten gar keine Internetseiten, oder auf den Seiten waren keine Angaben über Gottesdienste zu finden. Also habe ich mich ins Auto gesetzt, bin zur Kirche gefahren und wollte dort nachschauen. Aber: Die Kirche war geschlossen, einen Schaukasten gab es nicht. Am Campingplatz befand sich eine Aushangwand mit zahlreichen Veranstaltungshinweisen: Vom Yogakurs über Vorträge zur gesunden Ernährung oder Ausflügen in die Umgebung war alles geboten. Aber: Kein Hinweis auf die örtliche Pfarrgemeinde, kein Hinweis auf Gottesdienstzeiten, nicht einmal die Telefonnummer des Pfarramtes, bei dem man sich erkundigen könnte. Am Tag darauf, dem Samstag hatte ich dann Erfolg. Die Kirche war offen, ich konnte eine gedruckte Gottesdienstordnung finden und der Gottesdienstbesuch am Sonntag war gesichert. Übrigens ein sehr lebendiger und gut gestalteter Gottesdienst. Warum ist es so schwer, herauszubekommen, wann hier die Messe gefeiert wird? Wäre es zuviel verlangt, an den schwarzen Brettern der Beherbergungsbetriebe einen Dauer-Zettel aufzuhängen, mit den regulären Gottesdienstzeiten. Auch ein Rundfax oder eine Rundmail mit der aktuellen Gottesdienstordnung wäre doch sicher machbar, oder? Vom Internet will ich gar nicht träumen.

Szenenwechsel, nächster Urlaub. Bodenseeregion.

Wieder das gleiche Spiel. Kein Aushang, keine Information über kirchliche Angebote am Campingplatz. Aber: Immerhin konnte ich auf der Internetseite des Pfarrverbandes eine Gottesdienstordnung finden. Der Download der PDF-Datei (vermutlich eine eingescannte Graphik) dauerte zwar über die schlechte Handyverbindung ewig und war auch nicht wirklich gut zu lesen, aber immerhin. In der Gottesdienstordnung konnte ich dann alle Veranstaltung in den drei Pfarreien der Seelsorgeregion für die nächsten sechs Wochen finden. Auch stand immer der Name der Kirche dabei. Aber nie eine Adresse. Mir blieb nichts anderes übrig, als im Pfarramt anzurufen: „Entschuldigen Sie, wo ist denn Ihre Pfarrkirche, ich will am Sonntag zum Gottesdienst kommen!“ Eine offensichtlich schwerhörige ältere Frau (Haushälterin?) hat meine Frage nicht kapiert. Ich soll später noch mal anrufen. Eine Stunde später konnte mir der Pfarrer dann den Straßennamen sagen. Das Navi hat dann den modernen Kirchbau in einem Vorort gefunden. Wir waren schließlich in einem Gottesdienst die exotischen Gäste. Von allen beäugt. Die Augen sagten: Wer sind denn diese Fremden da, was wollen die da? Es war eine nicht sehr angenehme Atmosphäre.

Nächster Szenenwechsel: Skiurlaub in Österreich

Das übliche Szenario: Skikurse beginnen Sonntags um 10.00 Uhr, wann ist Gottesdienstzeit? Ach ja: Gleichzeitig. Ja gut, es gibt eine Vorabendmesse: Samstag, 18.00 Uhr. Und wann ist Abendessenszeit im Hotel? Regulär von 18.00 bis 19.00 Uhr. Mit viel Organisationstalent und mit Nachfrage lässt sich zwar so etwas Exotisches wie ein Gottesdienstbesuch organisieren. Aber: Leicht wird es einem nicht gemacht.

Fazit: Gottesdienstbesuch im Urlaub ist mit Aufwand und Hartnäckigkeit verbunden. Es würde leichter gehen, wenn die Pfarrgemeinden – vor allem in Urlaubsgebieten – die kleinsten Selbstverständlichkeiten der Information beachten würden. Aber: Ist denn der Gottesdienstbesuch von Touristen überhaupt gewollt?

 

 

Von der Lust an Leid und Mord

Mich beschäftigt diese Tage der Mord an einem 12jährigen Mädchen aus meinem Nachbarort. Die Einzelheiten möchte ich hier nicht schildern. Die Medien haben genug darüber berichtet. Das Unfassbare ist passiert. Ich habe selbst drei Kinder. Und meine große Tochter ist nicht viel jünger und trägt auch noch den gleichen Vornamen wie das Mordopfer. Kann jemand das Leid ermessen, dass der Mörder über die Familie gebracht hat? Vielleicht erahnen. Der Gedanke an die ganze Sache macht mich fertig. Viele Gespräche, auch mit den Kindern sind jetzt nötig. Warum? Warum?
Die Polizei gibt eine Antwort: 26jähriger – polizeibekannter – Arbeitsloser mit Kontakt zur rechtsradikalen Szene – auch schon mit Kinderpornographie aufgefallen – schnappt sich ein Mädchen, missbraucht sie und bringt sie auf grauenhafte Weise um.
Aber das „warum“ wird bleiben. Das Ganze macht mich fertig.
Immerhin war es diesmal in der Nachbarschaft. Nicht irgendwo weit weg. Und nicht Fiktion, kein Fernsehkrimi, sondern echt.
Aber was mich nicht nur fertig macht, sondern so richtig wütend, sind einige Journalistenkollegen. Als die Klassenkameradinnen am nächsten Morgen in die Schule kamen und – wenn sie es noch nicht wussten – von den Lehrern erfahren sollten, da wurden Sie vom Fernsehen empfangen! Allen voran ein Team von RTL – ich denke hier kann man mal Namen nennen. Und als die Kinder dann – in ihrem Leid und ihrer Trauer – in den benachbarten Dom gingen, um mit den Lehrern zu beten hält die Kamera voll drauf, Das ist zum KOTZEN! (Bitte entschuldigt meine Wortwahl). Heute ist Requiem in der Pfarrkirche des Heimatortes. Der Polizei wurde die Hausgewalt übertragen, um die Pressemeute von der Familie fern zu halten. Muss das sein? Warum halten die gerade bei der Trauer und bei diesem unbeschreiblichen Leid voll drauf?
OK, da haben wir jetzt Reality-TV allererster Güte. Das bringt Quote! Und das ist erst recht das Unfassbare: Scheinbar wollen die Zuschauer das. Das KOTZT mich noch mehr an! Dieser Voyeurismus am Leid. Diese Lust am Mord.
Ich weiß jedenfalls genau: Einen Fernsehkrimi kann ich so schnell nicht mehr ansehen. Und an die Journalistenkollegen kann ich nur appellieren: Ihr habt auch Verantwortung! Nicht alles, was Quote oder Auflage bringt, muss auch gemacht werden. Vor solchen Kollegen kann ich nur auf den Boden spuken.

Der Papst, Youtube und die Gema

Was ist passiert? Der Vatikan überträgt auf seinem englischen Youtube-Kanal die Generalaudienz vom Petersplatz live. Schau ich mal rein – Denkste! Ich und der Papst – Wir haben die Rechnung nicht mir der Gema gemacht! Die Gema verhindert jetzt also die Liveübertragung aus Rom. Der Kanal ist gesperrt. Warum? Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich wird bei der Generalaudienz irgendein Kirchenlied gesungen worden sein, für das bei der Gema nicht vorher die Anmeldung erledigt wurde – kann ich nur vermuten.
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Kommt uns doch nicht mit dieser Geschichte, dass Gott Mensch geworden wäre

Ein Satz von Papst Franziskus lässt mich derzeit nicht los. Er sagte ihn bereits vor über einem halben Jahr in einer Predigt am 1. Juni 2013:

„Wie oft hört man sagen: Aber könnt ihr Christen nicht ein bisschen normaler sein, so wie die anderen Menschen, ein bisschen vernünftiger? Nicht so streng? Das ist wie eine Schlangenbeschwörung – dahinter steckt unausgesprochen: Kommt uns doch nicht mit dieser Geschichte, dass Gott Mensch geworden wäre. Die Menschwerdung des Wortes, das ist der Skandal, der dahintersteckt! Wir können soviel Sozialarbeit leisten, wie wir wollen, da werden sie sagen: Toll, was die Kirche alles im sozialen Bereich tut. Aber wenn wir sagen: Wir tun das, weil diese Menschen für uns der Leib Christi sind, dann ist der Skandal da.“

Dieses Zitat stammt von der Webseite http://de.radiovaticana.va/news/2013/06/01/papst:_kirche_ist_kein_kulturverein/ted-697447 des Internetauftritts von Radio Vatikan

Gerade an Weihnachten erinnere ich mich an diesen Satz. Sehen wir – angesichts der ständig einlullenden Beschallung mit süßlich-weihnachtlichem Singsang – dass in der Krippe von Bethlehem der Gekreuzigte liegt? Das Gott Mensch geworden ist, war für die gesellschaftliche Elite vor 2000 Jahren ein Skandal für den dieser „Holde Knabe im lockigen Haar“ sterben musste. Und wenn ich mich heute noch dazu bekenne, dann ist das wieder ein Skandal: Wie blöd kann den ein moderner Mensch sein, an sowas wie die Menschwerdung eines Gottes zu glauben und vor allem: In den Menschen, besonders den Opfern von Gewalt, Verbrechen und Machtmißbrauch und auch den Opfern unseres Wohlstandes diesen Gott zu sehen?

Ich bin so blöd.

Kinder zahlen Rente ihrer Mütter

Nun wird der Rentenbeitrag also nicht gesenkt. Die Begründung sieht unter anderem eine Ausweitung der Rente für Mütter vor. Das klingt zunächst mal gut. Sehr gut sogar. Für Horst Seehofer ist es eine „große Ungerechtigkeit“ dass die Leistung der Kindererziehung bei der Rente nicht berücksichtigt werden. Da hat er Recht.

Aber rechnen wir doch mal weiter nach: Wer bezahlt die Rente für die Mütter, die ihre eigene Berufstätigkeit für die Kindererziehung zurückgestellt haben? Im vorliegenden Entwurf sind es die Beitragszahler, deren Beitrag nicht gesenkt wird. Also vor allem die Kinder dieser Mütter. (Ja und die Arbeitgeber auch). Und wer bezahlt die Rente für die Mütter, die aufgrund ihrer eigenen Berufstätigkeit keine Zeit für Kinder hatten? Die aber dadurch eine gute Rente haben? Die gleichen Beitragszahler! Also auch die Kinder der anderen Mütter. Ist das gerecht? Wohl kaum.

Die Lösung kann wohl nur darin liegen, die Finanzierung für die absolut begrüßenswerte Anerkennung zusätzlicher Erziehungszeiten auf eine viel breitere Basis aufzubauen. Das Rentenmodell der Katholischen Verbände (http://www.buendnis-sockelrente.de/) scheint mir immer wichtiger und schlüssiger zu werden. Mit der Einbeziehung weiterer Einkünfte – außer der Einkünfte durch die Erwerbsarbeit – in die Finanzierung der Rente könnte eine wirklich gerechte, und vor allem nachhaltig angelegte Finanzierung einer Rente für alle Mütter angelegt werden.